Kirche Obermumpf



Die Kirche Sankt Peter und Paul und der alte Pfarrhof in Obermumpf

 

 

In einem Pfarreiverzeichnis der Diözese Basel aus den Jahren 1302/04 wird die Obermumpfer Kirche erstmals erwähnt.

Aber zweifelsohne hat schon Jahrhunderte vorher hier eine Kirche gestanden.

 

Langhaus und Chor der heute bestehenden Kirche wurden in den Jahren von 1738 bis 1750 erbaut. Laut einem Eintrag in einem alten Taufbuch begann der Kirchenbau am 20. März 1738 mit der Ecksteinlegung. Diese Jahreszahl steht über dem Eingangsportal zusammen mit dem Wappen, das die Insignien der Apostel Petrus und Paulus trägt. Am 10. September 1750 weihte der Basler Fürstbischof Joseph Wilhelm das neue Gotteshaus und seine Altäre.

 

Der Turm ist einiges älter. Der Schlussstein im spätgotischen Spitzbogenportal an der Außenseite des Turmes hat davon Bericht gegeben. Der heute stark verwitterte Stein trug – in früheren Jahren deutlich sichtbar – die Jahrzahl 1494 sowie zwei gekreuzte Schlüssel, die auf Petrus als Kirchenpatron hinwiesen. Eigenartigerweise fehlt das Schwert, das Attribut des Apostels Paulus. – Wir fragen uns, ob das Doppelpatrozinium erst nach 1494 entstanden ist. Wir wissen es nicht, halten es aber durchaus für möglich, dass die Kirche ursprünglich allein dem Petrus geweiht war.

 

Ganz gewiss hat Jahrhunderte lang vor 1494 hier eine Kirche gestanden. Pfarrer Hans R.udolf Burkart setzte die Entstehung des ersten Gotteshauses in die Zeitspanne vom 8. bis 12. Jahrhundert, wobei er allerdings die karolingische Epoche, also die Zeit von 780 bis 950, als mögliche Entstehungszeit der Kirche bevorzugte.

 

1956 wurden im Zuge einer Renovation Überreste der vermutlich ersten Obermumpfer Kirche entdeckt. Sie umschreiben einen turmlosen Rechteckbau mit einer Aussenlänge von 14.30m und einer Aussenbreite von 7m.

 

1494 wurde die mittlerweile zu klein gewordene Kirche vergrößert und mit einem Turm ausgestattet.

 

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Pfarrhof Obermumpf

Ein dendrochronologisches Gutachten hat ergeben, dass die ältesten tragenden Eichensäulen in der Zeit zwischen 1290 und 1480 gewachsen sind. Die älteste Bausubstanz geht also auf das späte Mittelalter zurück. Der alte Pfarrhof wird sogar in einer Fricktaler Sage erwähnt (‚Die sie¬ben Stuben‘). Der Pfarrhof ist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrunderts hangseitig erweitert worden.

Eine Besonderheit stellt das angebaute Langhäuschen dar, in dessen unterem Geschoss sich – zur Freude der Denkmalpflege - immer noch ein Abort aus dem Jahr 1700 befindet. Eine Besonderheit ist auch der doppelgeschossige Zehntenkeller.

Die Pfarrherren von Obermumpf wurden von der Fürstäbtissin des Stif¬tes Säckingen mit dem Zehntrecht belehnt. Damit standen sie aber in der Pflicht, für den Unterhalt der Gebäude zu sorgen.

Der Keller im Pfarrhof diente nur für den Wein-Zehnten. Es gab daneben noch die Zehntenscheune (auf dem Gebiet des heutigen Kirchenparkplatzes), wo Getreide und andere Güter gelagert wurden.

Alle mit fester Behausung mussten den Pfarrherren auch ein Huhn pro Jahr und zwei Schilling abgeben. Pfarrer Straub, wer Ende des 17. Jahrhunderts in Obermumpf war, beklagte sich allerdings, dass er ‚alzeit‘ mit einem minderwertigen Hahn abgespeist worden sei.

Als es 1752 zu einer Vakanz kam, zögerte die Fürstäbtissin des Säckinger Stiftes die Wiederbesetzung der Stelle um mehr als ein Jahr hinaus. Der Grund war - wie könnte es anders sein - das liebe Geld. Ein Jahr zuvor hatte nämlich eine Brandkatastrophe das Münster arg verwüs¬tet. Während der Pfarrvakanz gingen die Zehnteinnahmen wieder direkt an das Stift in Säckingen.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte das Fricktal auf die andere Seite der Staatsgrenze: Von Österreich zur Eidgenossenschaft. Nachdem der Kanton Aargau 1803 von Säckingen das Patronatsrecht über die Kirche von Obermumpf übernommen hatte, kamen auch Pfarrhof und Scheune in Staatsbesitz, 1906 wurde die römisch-katholische Pfarrei Eigentümerin. Seit 1979 befindet sich der Pfarrhof im Besitz unserer Kirchgemeinde.

Der Pfarrhof steht heute vor einer Totalsanierung und Renovation. In ungefähr zwei Jahren sollte das alte Gemäuer in neuem Glanz erstrah¬len. Zum Glück steht die ganze Gebäudegruppe nicht nur unter kantonalem Denkschmalschutz, sondern auch unter Umgebungsschutz. Die idyllische Lage wird also bewahrt werden.